Gewerbe trifft Schule

Die 5. Berufstour hat am

18. Mai 2017 statt gefunden

Gewerbe

Schule

Gewerbeverein Aaretal



              " Äs isch öppis im Busch" 

 

Nicole:                 Hey Särle was isch de eigentlech los mit Dir?
                             Du maschsch so nä lätsch.

 

Sahra                   Oh, la mi doch la si.

 

Nicole:                 Was isch dr de eigentlech über d‘läbere glüfe?

 

Sahra                   Weisch Nigge miner „auerliebschte Eutere“
      liege mir wieder einisch i de Ohre,
      was säge i zum hundertschte mau.
      Weisch was si aube säge Nigge.

 

Nicole:                 Kei Ahnig bi ja aube nid dr bi.

 

Sahra:                  Zersch setzte si äs ärnschst Gsicht uf u säge;
      Aber mini liebi Sahra jetzt wirds de
 scho langsam Zyt das
     de dr überleisch was de nach dr Schuel wosch mache.

 

Nicole:                 U de, weische es?

 

Sahra:                   Äbe nid, hey i ha ke Plan was i wett mache….

 

Nicole:                 Hesch de würklech kei Ahnig Särle?

 

Sahra:                  I ha söfu Ahnig wie ä Chue vom lisme.

 

Nicole:                 Oh je, oh je, das isch de würlech nid grad dr hufe.

 

Sahra:                   Säge i ja.

 

Nicole:                 Du i gloube äs isch öppis im tue, i ha ghört das si so ne
      Tag wei mache wo mir Schüeler
 i verschiedeni Betriebe
      chöi ga luege.

 

Sahra:                  Wie meinsch das, ha ämu nüt ghört.

 

Nicole:                 Mou weisch nüme wie üse Schuelleiter dr Herr Wildhaber
      mit dr Frou Mägert
zämä diskutiert hei?

 

Sahra:                  Ja jetz wo ds seisch, di zwöi ha i ou gseh.
      U du meinsch so öppis chunt ds stang? 
      Süsch ha i das ämu no niene ghört,
     
dass äs so ne Tag söu gäh.

 

Nicole:                 Da chasch sicher si äs isch öppis im Busch.                                                     

 

Sahra:                  Das wär de mega cool u Du meinsch mir chönnte de
      ga verschiedeni Brüf a luege?
      Weisch Stromer, Maler, Gärtner u was äs no
      so aues git.

 

Nicole:                 Ja i dänke scho.

 

Sahra:                  Poh da gheit mir ä Stei vom Härze, das wär de
      würcklech ä mega gueti Idee.
      Chum Nigge i spändiere dir ä Glace uf üsi Bruefstur.

 


Eine Idee, ein Projekt, eine Leidenschaft

 

Inspiriert von einem ähnlichen Projekt im Haslital hat Marianne Mägert den Gedanken nicht
mehr losgelassen in Münsingen etwas zu bewegen.
Als Gemeinderätin mit dem Ressort Bildung und als ehemalige Präsidentin des Gewerbevereins
Aaretal lag es auf der Hand, die Beiden Bereiche miteinander zu verknüpfen.
So entstand die Idee für das Projekt „Gewerbe trifft Schule“.
Jetzt ging es auf die Suche nach mit Streiter um die Idee in etwas Griffiges, Handfestes
umzuwandeln.
Mit Janine Portmann (CTA), Melanie Schürch (Lehrerin Sek 1 Schlossmatt), Thomas Bähler
(Elektro Neon Bähler GmbH/Ausbildner), Peter Reuteler (Lehrer Sek 1 Rebacker) und
Daniel Wildhaber (Gesamtschulleiter Münsingen) haben sich enthusiastische Personen
gefunden die bereit waren Zeit und Engagement in dieses Projekt zu investieren.
Jetzt fehlte nur noch jemand der eine Gesprächsrunde moderieren konnte, diese wurde in
der Person von Stefan Fankhauser gefunden.

 

Nach einigen intensiven Sitzungen ging es auf die Suche nach „Gwärbler“ die Interesse,
Zeit und auch die Möglichkeit haben sich den Schülerinnen und Schüler zu widmen.
Die Schulleitung für das Projekt zu überzeugen war weit weniger schwierig als die Betriebe,
denn dort musste man schon ein bisschen hartnäckiger rangehen.
Aber wie heisst es so schön „stetiger Tropfen höhlt den Stein“.
Man höre und staune rund 40 Betriebe haben sich angemeldet um 30 verschiedene Berufe
vorzustellen und zu zeigen. Was ein beachtlicher Erfolg ist.
In der Schule konnten die 7. Klässler anhand einer Liste 5 Berufsfelder auswählen.
Die 170 Jugendlichen auf die gewünschten Berufe zu verteilen war kein leichtes Unterfangen,
denn man wollte möglichst allen gerecht werden. Leider war dies wie sich herausstellte ein
Ding der Unmöglichkeit. Somit hat man versucht, dass jeder wenigsten einen Wunschberuf
anschauen konnte. Was sicher von Seiten der Schülerinnen und Schüler keinen
Jubelsturm auslöste.
Es wurde auch darauf geachtet das die Mädchen nicht nur „typische Frauenberufe“ und
Knaben „Männerberufe“ besuchten.
Ein Vorteil war, dass Sie die Möglichkeit erhielten eine breite Palette von Berufen anzuschauen
die sie sonst vielleicht nie gewählt hätten.

 

Soweit so gut, nun ging es an die Planung des Tagesablaufes das einige Knackpunkte aufwies.
Die aber mit dem Engagement der beteiligten aus der Projektgruppe gelöst werden konnten.
Nun war es soweit, der Tag der Wahrheit stand vor der Tür. Die Jugendlichen machten sich auf
den Weg in die Betriebe.

 

Freundlich, aufgestellt und neugierig lernten wir die Jugendlichen kennen die unseren Betrieb
besuchten. Sie waren zum Teil sehr interessiert und wissbegierig. Mit dem FI – Tester konnten
Sie auch Ihren Mut unter Beweis stellen. Dies ist der Moment, wenn man den Strom spürt.
Wie überall ist es für die einen locker vom Hocker und für die anderen doch
eher etwas schwierig.

 

 

                                                        

Aus unserer Sicht war es auch sehr wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur

zuhören mussten und mit einer Fülle von Informationen überhäuft wurden sondern auch
mit den eigenen Händen etwas machen konnten.
  

                       

 

Um ca. 16.00 Uhr fand in der Aula
des Schulhauses Schlossmatt eine
moderierte Gesprächsrunde zwischen
Schülerinnen und Schüler, Eltern,
Ausbildner und Fachleuten statt.
Während des anschliessenden Apéro
konnten sich die Eltern und die Schüler
mit den anwesenden Berufsleuten
aus den Betrieben unterhalten und
kennenlernen.


Dies ermöglichte viele gute und interessante Gespräche. 
Man hat förmlich gefühlt wo der Schuh drückt.

 

Ziel und Zweck

 

Ziel und Zweck dieser Berufstour ist, die Attraktivität der handwerklichen Berufe zu
fördern und Vorurteile abzubauen.
Den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben mehrere Betriebe und verschiedene Berufe
kennenzulernen. Die Vielfalt der verschiedenen Berufe aufzuzeigen die in der Region
vorhanden sind. Die ersten Informationen über die Anforderungen und der Möglichkeiten
der Berufe zu vermitteln und Verbindungen zwischen den Jugendlichen, Eltern und
zukünftigen Lehrbetrieben herzustellen und zu fördern.

 

 

 

Fazit:

Aufgrund der Tatsache, dass es in der heutigen Zeit nicht im Trend liegt sich als
Handwerker „die Hände schmutzig zu machen“, sondern auf Weiterführende Schulen,
Gymer usw. gesetzt wird, gerät das Gewerbe zunehmend unter Druck.
Viele erkennen die Chancen und die Stärken die sich aus dem dualen Bildungssystem
ergeben leider zu wenig. Für viele kleinere und mittlere Betriebe ist es enorm schwierig
geworden geeignete Lehrlinge zu finden.

 

Aus der Idee „Gewerbe trifft Schule“ entstand eine Winwin Situation. Einerseits bekam
das Gewerbe eine Plattform sich zu präsentieren und Zukünftige Lehrlinge anzuwerben.
Anderseits konnte man den Eltern und den Jugendlichen aufzeigen, dass es vor der eigenen
Haustüre ein interessantes und vielfältiges Angebot an Gewerbe und Ausbildungsplätze gibt.

 

 

Mit Stolz kann man sagen, dass sich aus einer Idee ein Erfolgskonzept entwickelt hat und
die Berufstour ein wichtiger Bestandteil der Berufswahl an der Schule geworden ist.

Ein grosser Dank gilt all jenen die der Idee „Gewerbe trifft Schule“ Leben eingehaucht
haben und mit viel Herzblut, Leidenschaft und Engagement ans Werk gegangen sind um
es zu realisieren.
Ebenfalls ein grosser Dank geht an alle Betriebe die Zeit und Aufwand nicht gescheut haben
um ein gemeinsames gelingen zu ermöglichen.

 

 

                                                                                                          Susanne Bähler
                                                                                                          Elektro Bähler GmbH


 

Von der Berufstour 2013 zur Lehrstelle

 

Als 7. Klässer lernten wir Tim Wagner kennen. Bei der 1. Berufstour hat er unseren Betrieb
angeschaut und sich über den Beruf als Elektroinstallateur informiert.
Bereits ein paar Tage später hat sich Tim bei uns für einen Wochenplatz beworben, was uns
sehr gefreut hat.
Während den nächsten 2 Jahren hat Tim jeden Mittwochnachmittag bei uns gearbeitet.
Bedingung war jedoch, dass die Schule Vorrang hat (Aufgaben usw.). Manchmal arbeitete er
in der Werkstatt, meisten war er jedoch mit den Monteuren unterwegs bei Kunden.
Als die Zeit reif war, hat sich Tim bei uns für die Lehrstelle als Elektroinstallateur EFZ beworben
und ist nun seit dem Sommer 2015 bei uns in der Ausbildung.

 

Rückblickend ein Interview von Susanne Bähler mit Tim Wagner über die erlebte Berufstour

 

S. Bähler:        Wie hast Du die der Berufstour in der 7. Klasse aufgenommen?
Tim Wagner:  Als eine gute Idee.

  

S. Bähler:        Was waren Deine Erwartungen?
Tim Wagner: Das man einen kurzen Einblick in die Berufe bekommt und Infos erhält.

 

S. Bähler:        Welche Berufe hast Du Dir angeschaut?
Tim Wagner:  Elektroinstallateur, Gärtner und Maurer

 

S. Bähler:        Was hat Dir an der Berufstour gefallen?
Tim Wagner: Das man den ganzen Tag unterwegs war, in kurzer Zeit viel gesehen hat
                        und überall etwas machen konnte.

 

S. Bähler:        Was hat Dir an der Berufstour nicht gefallen?
Tim Wagner:  Der Regen + zu langes Podiumsgespräch.

 

S. Bähler:        Wie hat Dir die Berufstour geholfen?
Tim Wagner:  Durch die Berufstour habe ich meinen Wochenplatz gefunden und die Lehrstelle.